Kultureinrichtungen als "Dritte Orte"

Der Soziologe Ray Oldenburg entwickelte 1989 den Begriff des "dritten Ortes" als Ausgleich und nachbarschaftlichen Kommunikationsraum neben dem ersten Ort der Arbeit und dem zweiten Ort der Familie.

Während Oldenburg sein Augenmerk noch auf Biergärten, Kaffeehäuser oder Pubs richtete, bemühen sich heute vor allem öffentliche Einrichtungen, die Möglichkeiten eines Dritten Ortes für ihre Besucherinnen und Besucher und sich zu nutzen. Diese Bemühungen fügen sich in die bereits geführten Diskussionen um Inklusion und Partizipation ein und berühren in ähnlicher Weise die Frage nach der aktuellen gesellschaftlichen Aufgabe von Museen und anderen Kultureinrichtungen.

Der Workshop will das Konzept des Dritten Ortes vorstellen und prüfen, ob und in welcher Weise es auf eine Kultureinrichtung und ihr Publikum angewendet werden kann. Dabei sollen die Vorzüge dieser Idee, aber auch ihre Schwächen betrachtet werden. Die Teilnehmenden sind eingeladen zu erkunden, welche Elemente eines Dritten Ortes vielleicht schon in ihrer Einrichtung vorhanden sind, welche noch zu gestalten wären und welche praktischen Auswirkungen dies hätte.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Frage: Haben die Nutzerinnen und Nutzer dieses Dritten Ortes einen tatsächlichen Einfluss auf dessen Gestaltung und die Regeln der Nutzung?

Mit den Referentinnen /Referenten Eeva Rantamo (Kulturwissenschaftlerin) und Deniz Elbir (Referent für Interkultur bei der Stadt Neuss