Kreatives Schreiben für Menschen mit geistiger Behinderung/Lernbehinderung

Ebenso wie im Bereich des Bildnerischen Gestaltens durch das Bereitstellen von Raum und anregender Atmosphäre ein enormes kreatives Potenzial auch bei stark behinderten Menschen zur Geltung gebracht werden kann, ist dies auch auf dem Gebiet des Kreativen Schreibens mit geistig behinderten Menschen möglich. Auch hier geht es darum, die Menschen darin zu unterstützen, ihren ganz individuellen persönlichen (Schreib-) Stil zu entwickeln. Auch hier ist die Freude am Tun, die Lust am eigenen Ausdruck das Wichtigste. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um sich ausprobieren, sich ausdrücken, Entdeckungen machen, Neues wagen, die eigenen Spuren erkennen und verfolgen, sich wohlfühlen. Vielfältigste Texte können so entstehen.

Schreiben als Mittel des Selbstausdrucks und der Kreativitätsförderung dient im Sinne des Empowerment-Konzepts den betroffenen Menschen als ein Kommunikationsmittel, über welches sie mit sich selbst und der Umwelt in Kontakt treten können. Inklusive Prozesse in Schule und anderen Lebensbereichen werden durch die Förderung des Ausdrucks in Sprache und Schrift unterstützt.

In der zweitägigen Fortbildung mit Sabine Feldwieser (Die Wortfinder – Literatur und Kunst von Menschen mit Behinderung) werden Möglichkeiten erarbeitet, einen solchen kreativen Schreibraum zu eröffnen. Sie lernen unterschiedlichste Schreibspiele kennen, machen Erfahrungen mit freiem assoziativem Schreiben, verfassen Kurzmärchen und Nonsensgedichte, schreiben nach Rezepten u.a.m. Sie erfahren, wie Erlebtes und Erfundenes, Erträumtes und Erdichtetes im Erzählen (auch Nichtschreiber haben etwas zu sagen und können Texte diktieren) und Schreiben Ausdruck finden kann.

Fragen nach den möglichen Formen von Schreibassistenz, dem Umgang mit Rechtschreibung und Schreibblockaden, der Präsentation von Texten bei Lesungen und in Veröffentlichungen finden Raum.