do white

Der Konzeptkünstler miu entwickelt eine Tanz-Performance für sehende und sehbeeinträchtigte Zuschauer*innen. Er hat als Ausgangspunkt zwei Kommunikationssysteme erforscht, die in der Stadt mehr oder weniger sichtbar sind: Telefonzellen und Freifunk. Telefonzellen befriedigten mal das Bedürfnis, unterwegs zu telefonieren, das im Smartphone-Zeitalter kaum noch jemand kennt. Freifunk ist das Angebot, über ein Bürger-Netz kostenlos online zu gehen. "do white" fragt, welche Körperbilder so unterschiedliche Kommunikationssysteme entstehen lassen.

"do white" ist der zweite Teil der Trilogie "Remixing Urban Infrastructure". Die Reihe lotet Möglichkeiten aus, die städtische Infrastruktur neu zu interpretieren. mius Arbeit nimmt konkrete Nutzeroberflächen in den Blick, die das städtische Zusammenleben organisieren. Sie erforscht Möglichkeiten der Teilhabe an diesen Systemen und regt dazu an, eigene Umgangsstrategien zu entwickeln. Während in "Bibliopark" (2021), dem ersten Teil der Trilogie, offene Bücherregale und Bibliotheken das Hauptthema waren, wird es nun also um Telekommunikation in der Stadt gehen.

Die im Stück integrierte Audiodeskription (Deutsch/Japanisch) als eigenes künstlerisches Mittel ermöglicht den Zugang zu den Vorstellungen für nicht sehendes Publikum. Eine Stunde vor den Vorstellungen gibt es darüber hinaus eine Tastführung, bei der die Performer*innen sich, das Stück und den Bühnenraum vorstellen.