Blinde Fotograf*innen

Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn, Gerald Pirner

Die Ausstellung "Blinde Fotograf*innen" präsentiert die Arbeit von vier Bildautorinnen und -autoren, die im Laufe ihres Lebens erblindet sind. Sie setzen sich seit vielen Jahren mit dem für sie eigentlich Unmöglichen auseinander: dem Sehen. Für ihre Fotografien nutzen sie die Technik des Lightpaintings, die beinahe ebenso alt ist, wie die Fotografie selbst. In abgedunkelten Räumen arbeiten sie mit unterschiedlichen Lichtquellen und mittels Langzeitbelichtung die Aspekte eines Bildes heraus, die sie ihrem Gegenüber vermitteln möchten. Unterstützt werden sie dabei von sehenden Assistentinnen und Assistenten, die ihnen verbal übersetzen, was sie visuell nicht wahrnehmen können. Die blinden Fotografinnen und Fotografen haben so ein hohes Maß an Kontrolle über die entstandenen Bilder. Durch ihre konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Medium entwickeln alle eine individuelle, einzigartige Bildsprache. Diese reicht vom abstrakten Spiel mit Farben und Formen über schwarz-weiße Selbstporträts bis hin zu expressionistischen Erzählformen, die an die Werke alter Meister erinnern.