Neue Ausgabe der Kulturräume+ erschienen: Schatzkisten des Lebens

Unter dem Titel "Schatzkisten des Lebens" stellen wir in dieser Ausgabe Biografien und Lebenswelten älterer Menschen als zentrale Dimensionen der kulturgeragogischen Arbeit in den Mittelpunkt. Anstoß dazu gab die 4. Fachtagung Kunst- und Kulturgeragogik, die wir im vergangenen Herbst unter das Motto "Lebenswerk" gestellt hatten. Einige der Vorträge haben wir im vorliegenden Heft versammelt.

Das Erleben von Identität im Alter speist sich zunehmend aus den lebensgeschichtlichen Erfahrungen, schreibt die Psychologin Christina Hölzle in ihrem Beitrag. Die Erinnerungen an das eigene Wirken und schöne Momente des sozialen Miteinanders, aber auch an das Meistern von schweren Zeiten sind stärkende Ressourcen. Daneben bildet die aktuelle Lebenswelt gleichsam die Kulisse zum "Drehbuch unseres Lebens" und rahmt unsere Alltagswirklichkeit.

Kulturgeragogische Arbeit sollte als Unterstützung zur Lebensbereicherung und Lebensbewältigung an die biografischen wie lebensweltlichen Geschichten der Menschen anknüpfen, folgert die Erziehungswissenschaftlerin Irma Jansen. Der Musikgeragoge Hans Hermann Wickel beschäftigt sich mit der Rolle unserer kulturell-musikalischen Biografie als reichem Fundus für die Kulturarbeit mit Älteren. Daraus schöpft auch das Künstlerkollektiv Trust in Wax, das im Projekt "Willkommen in (m)einem Musikzimmer" in den Plattenschränken der Generation 60 plus stöberte.

Die Wanderausstellung "Ganz schön viel Maloche!", die Cindy Kramer und Lisa Weißmann für Senioreneinrichtungen konzipiert haben, schlägt mit den Erinnerungen an die Arbeitswelt Brücken zu Menschen, die nicht mehr ins Museum kommen können. Auch Michael Ganß und Erpho Bell verfolgen mit ihrer "Demenz-Theatersprechstunde" diesen aufsuchenden Ansatz und kooperieren mit Arztpraxen als Türöffner.

Im Foyer bieten Magdalena Skorupa und Nina Lauterbach-Dannenberg Erfolgsrezepte für kulturelle Angebote an Männer. Magdalena Skorupa hat drei Projekte in Minden, Duisburg und Dortmund begleitet, die im vergangenen Jahr im Schwerpunkt "Männer in der nachberuflichen Phase" durch den Förderfonds Kultur & Alter unterstützt wurden.

In der Galerie begegnet uns die Tänzerin Sônia Mota, die im Laufe ihrer langen Karriere gelernt hat, wie bedeutsam Konzentration und Reduktion im Alter werden. Über den Tellerrand blicken wir erneut nach Großbritannien, wo "Rampen auf dem Mond" gebaut werden und in einem groß angelegten Verbund-Projekt Inklusion im Theater vorangetrieben wird.

Vielleicht erinnern auch Sie sich an selbstgebaute Höhlen, Hütten oder Buden, die Orte unserer kindlichen Fantasiewelten waren. Der französische Fotograf Nicolas Henry ist um die Welt gereist und hat mit alten Menschen solche Höhlen als Spiegel ihrer persönlichen Biografie und Vorstellungswelt kunstvoll inszeniert. Einige dieser über 400 eindrucksvollen fotografischen Lebensgeschichten sind in den Kulturräumen zu bestaunen.