Kunst kommt von Können? Beiträge zu Klassismus und sozialer Ungleichheit im Kulturbetrieb gesucht

"Brotlose Kunst" – der Kulturbereich ist berüchtigt für seine unsicheren Arbeitsverhältnisse und schlechten Honorare. Und doch sind es bei genauerem Hinsehen überwiegend Menschen aus der (bildungs-)bürgerlichen Schicht, die eine Karriere im Kulturbereich machen und sich darin behaupten können. Begrundündet wird dies bis heute mit der vermeintlichen Kulturferne anderer sozialer Gruppen, etwa der Arbeiterinnen- und Arbeiter-  oder der Armutsklasse. Obwohl schon spätestens seit den 1970er Jahren mit dem Leitsatz "Kunst für Alle" diskutiert wurde, dass unsere Kulturinstitutionen viele Menschen ausschließen, bildet sich bis heute die gesellschaftliche Vielfalt kaum im Kulturbereich ab.
Im Kulturbereich finden aktuell verstärkt Veranstaltungen zu Klassismus statt, bisher fehlen jedoch grundlegende Analysen, wie sich sozio-ökonomische Benachteiligung im kulturellen Feld auswirkt.
Durch diesen Aufruf von Diversity Arts Culture und dem Arbeitsbereich Kulturelle Bildung der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung soll ein Dossier entstehen, das einen Beitrag zur derzeitigen Debatte um Klassismus im Kulturbetrieb leisten soll. Die Sammlung kann einen ersten Überblick bieten, welche Perspektiven zu Klassismus im Kulturbetrieb bereits vorhanden sind, aber auch, wo es Leerstellen gibt.
Gesucht werden wir Expertinnen oder Akteure, die sich in ihrer Forschung, in praktischer Auseinandersetzung oder durch eigene Erfahrung mit dem Thema Klassismus (idealerweise im Kulturbetrieb und in der Kulturellen Bildung) beschäftigen und für ein multimediales Online-Dossier Beiträge verfassen möchten.