Kulturelle Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt – neuer Themenschwerpunkt auf kubi-online

Wie können kulturelle Bildungskonzepte in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft aussehen, um Ausgrenzungen, sozialen Ungerechtigkeiten, politischen Verunsicherungen und wachsender Individualisierung etwas entgegenzusetzen? Was kann eine ästhetisch-künstlerische Praxis und soziale Kulturarbeit für Gemeinsinn, Gemeinwohl und Demokratie leisten, wo gesellschaftliche Entwicklungen Menschenrechte in Frage stellen und Teilhabe und Partizipation behindern? Dieses Themendossier nimmt die Rolle der Kulturellen Bildung als „Kitt oder Korrektiv im Spannungsfeld von kollektivem Gedächtnis, kulturellen Identitäten, Symbolen und Werten“ in den Fokus. Damit knüpft es an die Jahrestagung der Wissensplattform „Kulturelle Bildung Online“ im Mai 2018 in Remscheid an. 

In zehn Neuerscheinungen stellen Referentinnen und Referenten der Veranstaltung und Expertinnen und Experten aus Kunst, Kultur und Bildung ihre fachspezifischen Zugänge, Analysen und Anregungen vor. Die Beiträge fokussieren auf die Verantwortung der Kulturelle Bildung – auch als soziale und politische Bildung: für die Anerkennung von Diversität und die Umsetzung von Inklusion, gegen Ausgrenzungen und Diskriminierungen. Sie entwickeln Perspektiven dafür, wie eine kritische (Kultur-)Pädagogik das einzelne Subjekt stärken kann, um die Komplexität und Ambivalenz gesellschaftlicher Veränderungen zu durchschauen. Sie diskutieren – vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Krisenphänomene – die Möglichkeiten, sich in ästhetisch-künstlerischer Bildungskonzepten mit menschen- und demokratiefeindlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen und diskriminierungs- und machtkritische Haltungen zu entwickeln.
Gemeinsam ist allen Autorinnen und Autoren, das sie auch die Grenzen Kultureller Bildung ausleuchten, die sozialen und politischen Rahmenbedingungen für Integration und Inklusion kritisch reflektieren und eine diversitätsbewußte, strukturelle Veränderung von Kultureinrichtungen und Bildungsorganisationen einfordern.