Call for Papers: ALTERNDE IDOLE. Popmusik zwischen Resonanzerfahrung und Nostalgiewirtschaft

Am 27. Dezember 2018 erschien die letzte gedruckte Ausgabe der Spex, die seit 1980 wie kaum ein anderes Magazin im deutschsprachigen Raum für Popkultur stand und diese prägte. Ein Kapitel kritischer bis subversiver Popgeschichte(n) findet damit, so scheint es, sein vorläufiges Ende. Gleichzeitig brummt die popmusikalische Nostalgiewirtschaft. Das Alte dient prominent und exponiert als Legitimation für Qualität und als Referenz für eine vergangene Aufbruchsstimmung. Das Alte war einmal das Neue, das Rebellische, das Eigensinnige, das Widerständige. Das findet sich mittlerweile vielgestaltig und vieldiskutiert in der Literatur: Von der "Retromania" (Simon Reynolds) bis zur "Retrotopia" (Zygmunt Bauman).

Mit der Jahrestagung 2019 lädt der Verein "Gesellschaft – Altern – Medien" (GAM e.V.) Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kunst, Musik und Pädagogik dazu ein, alternde Idole der populären Musik als eigenständiges und in den vergangenen Jahren bedeutender gewordenes populärkulturelles Phänomen näher zu beleuchten. Strategien und Muster der Inszenierung und Popularisierung, wirtschaftliche Bedingungen in einem sich wandelnden Musikmarkt interessieren hierbei ebenso wie Selbstverständnis und -erleben von Musiker/-innen und Bands und die Bedeutung alternder Idole für treue und neue Fans, auch im intergenerationalen Zusammenhang. Ist die Suche nach "Resonanzerfahrungen" (Hartmut Rosa) eine treibende Kraft? Wie gelingt und misslingt sie? Was bedeutet der Rückbezug auf das Alte, das Bekannte, in einer Zeit der Steigerungslogiken und Disruptionen? Das sind nur einige der Fragen, denen wir gemeinsam nachgehen und -spüren möchten.

Das Veranstaltungszentrum, Schloss Tunzenberg, Mengkofen, bietet eine Atmosphäre, die nicht nur zur zum Diskurs, sondern auch zu kreativen und ästhetischen Formen der Begegnung anregt.

Interessierte, die sich mit einem wissenschaftlichen, medialen, musikalischem oder performativen Beitrag einbringen möchten, werden gebeten, bis 15. Mai 2019 eine kurze Skizze des Beitrags bzw. des Vorhabens (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) via Mail einzureichen an: wolfgang.reissmann@ph-ludwigsburg.de