Beirat des Förderfonds Kultur & Alter spricht Förderempfehlung für 17 Projekte aus

Mit dem Förderfonds Kultur & Alter unterstützt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen auch 2019 Projekte, die zeitgemäße und innovative Formen der Kulturarbeit von und mit älteren Menschen und im Generationendialog. Im Oktober tagte der Beirat des Förderfonds Kultur & Alter NRW und sprach für 17 der 56 eingereichten Projekte eine Förderempfehlung aus:

Das Dortmunder Fotografie-Künstlerduo Iris Wolf und Jörg Meier alias Selfiegrafen regt mit dem Projekt „Lebensbilder“ Seniorinnen und Senioren dazu an, ihre künstlerischen Fähigkeiten durch fotografische Inszenierungen zu entdecken. Der Verein artsenico e.V. greift mit der Produktion „Choose your granny!“ das Format von Casting-Shows auf und thematisiert mit einem intergenerationellen Ensemble das Konzept der Leih-Omas. Das Münsteraner Altentheater WeisheitsSzene inszeniert das Theaterstück „Tanzstunde“ von Karin Itzinga und lässt die jugendlichen Figuren von den älteren Ensemblemitgliedern spielen. Das Theaterprojekt „Füreinander-Zueinander-ICH – Theaterprojekt für Demenschen“ des Künstlerkollektivs Freudige Füße um den Theatermacher Erpho Bell aus dem Münsterland bietet Menschen mit Demenz und ihren Lebenspartnerinnen und Partnern die Möglichkeit, ein Theaterstück über das Beziehungsgeflecht im Leben mit Demenz zu erarbeiten. In der Produktion „immersive Räume“ des Theaters Demenzionen, das Stücke für hochaltrige Menschen mit Demenz entwickelt, werden Bewegung und Material auf der Bühne mit elektroakustischer Komposition und Raumkonzeption verschränkt. Aus dem Raster e.V. aus Köln realisiert mit seinem semiprofessionellen, intergenerationell und mixed-abled arbeitenden Ensemble cie.nomoreless die Produktion „shapes“ (AT), in der biografisch-tänzerisch mit dem Material Papier gearbeitet wird.

„Be yourself – not your selfie“ von den Portrait me! aus Köln ist ein Do it yourself-basiertes Social-Media-Projekt mit künstlerischen Inhalten für die „Generation Silver Surfer“ in Begegnung mit jungen, professionellen YouTubern. Um analoge Selbstportraits geht es in „So bin ich – mein Bild von mir. Künstlerische Selbstportraits im Alter“ der Diakonie Neuss. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohn- und Begegnungszentrums werden durch den Betreuungsassistenten und Grafikdesigner Kay Strathus angeleitet, großformatige Selbstportraits von sich zu erstellen. Im Projekt „Shake it! – like a polaroid!“ des Caritasverbands Düsseldorf e.V. vermittelt der erfahrene Graffiti-Künstler Christian Dünow den Teilnehmenden Zugang und Methoden der Sprayer-Kunst.

Jüngere und ältere Teilnehmende des Projekts „Plattengeschichten #hautnah: Vinyltalk & Listening Session“ von Trust in Wax aus Unna präsentieren die Geschichten zu ihren Plattensammlungen auf der Bühne. Um das gemeinsame Hören geht es auch in „Hörst du es auch?“ des Evangelischen Stifts zu Wüsten in Bad Salzuflen. Die Medienkünstlerin Anna-Maria Schneider nimmt die Bewohnerinnen und Bewohner des Stifts und die Kinder der AWO Kindertagesstätte mit auf eine akustische Frühlingsreise. „Das KlangKunstLabor für Menschen mit und ohne Demenz“ beschäftigt sich mit der durch experimentelle, zeitgenössische Künste angeregten Wahrnehmung und Kreativität älterer Menschen mit und ohne Demenz. Geleitet wird es von Elisabeth von Leliwa in Kooperation mit dem EarPort Duisburg, dem Lehmbruckmuseum und dem Demenz-Service-Zentrum Westliches Ruhrgebiet. Unter dem Titel „Der Vogel, der Nachts nicht nach Hause fand“ inszeniert das Ensemble Partita Radicale zusammen mit dem Experimentalchor Alte Stimmen eine Klangperformance, die sie als Auseinandersetzung unterschiedlicher Klanghabitate in verschiedenen Biotopen beschreiben.

Der Männerchor Brilon 1868 e.V. arbeitet in seinem Community-Projekt mit der erfahrenen Choreografin Birgit Aßhoff. In „Männer und ihre Garagen –  Frauen und ihre Gärten“ werden Bürgerinnen und Bürger sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung der Josefs-Brauerei/Josefsheim in Olsberg dazu animiert, tänzerische, literarische und musikalische Anekdoten aus ihrem Leben und der Region in Garagen, Gärten und Werkstätten aufzuführen. Der Theaterpädagoge Volker Pehl und die Tanzpädagogin Nicole Schillinger laden zusammen mit dem Stadtteilladen in Oberhausen Osterfeld ältere Bewohnerinnen und Bewohner mit und ohne Migrationshintergrund in einem Tanz- und Theaterprojekt dazu ein ihre Geschichten in einem Stationentheater zu thematisieren. In dem (Senioren-Forschungs) „LaborARTorium – (Alters-) Bilder in die Stadt“ der Diakonie der Ev. Kirchengemeinde Schwerte wird ein Jahr lang ein intergenerationelles und interdisziplinäres Kunstprojekt mit dem Ziel durchgeführt, Altersbilder zu verändern und die verschiedenen Generationen in der Stadt miteinander in den Dialog zu bringen. Mit einem Einstiegs-Workschop „Poetry Slam 6.5“ für Seniorinnen und Senioren des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Essen e.V. soll sich eine eigenständige feste Gruppe älterer Menschen in der bisher eher jungen Poetry Slamer Szene etablieren.