Behinderung als Thema: Die Ausstellung "Crip Time" im Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt

Die internationale Gruppenausstellung "Crip Time" (bis 30.01.2022) im MMK Frankfurt macht Behinderung und Krankheit in der Kunst zum Thema; zum einen durch die Inhalte der ausgestellten Werke, als auch die Tatsache, dass die beteiligten Künstlerinnen und Künstler selbst Beeinträchtigungen haben. Zu sehen sind unter anderem Werke von Wolfgang Tillmans, Nan Goldin und Rosemarie Trockel. 

"Crip Time" beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von individueller Beeinträchtigung und gesellschaftlich konstruierten Barrieren und thematisiert die Gewalt, die in normativen Körpervorstellungen liegt: "In einer Welt, die auf permanente körperliche Funktionalität, Mobilität und Verfügbarkeit und deren stetige Steigerung baut, führt jegliche Form von Dysfunktionalität zum unmittelbaren Ausschluss oder wird als behandlungsbedürftig erklärt." Dem gegenüber steht die aktivistisch geprägte Idee der "Crip Time" (wörtlich übersetzt: "Krüppelzeit"), die individuelle Bedürfnisse und deren eigene Zeitlichkeiten in den Vordergrund stellt.

Lu Pahl, kuratorische Assistenz am MMK, wird Einblicke in die künstlerischen Positionen und die konzeptionellen kuratorischen Überlegungen geben. Darüber hinaus wird sie über die Reaktionen der Öffentlichkeit auf „Crip Time“ sprechen.

Zielgruppe der Veranstaltung sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Museen und Ausstellungshäuser sowie Künstlerinnen und Künstler und alle Interessierten aus Nordrhein-Westfalen.