Alte Meister: Biografiearbeit mit Menschen aus der Generation der "Gastarbeiter*innen"

Viele der sogenannten "Gastarbeiter*innen", die in den sechziger und siebziger Jahren als Arbeitskräfte angeworben wurden, sind in Deutschland geblieben und leben heute in Rente. Ihr Erfahrungsschatz ist aber bis heute im kulturellen Gedächtnis Deutschlands wenig repräsentiert. Wie kann diese Generation, auf deren Arbeitskraft der Reichtum des Landes auch gebaut ist, sichtbarer werden? Ein möglicher Ansatz ist die Biografiearbeit.

Das Erzählen und Präsentieren aus individuellen Lebensläufen, auch von deren Brüchen und Veränderungen, das Stöbern in Fotoschubladen, Liebesbriefen und Anekdoten ist eine der Strategien des modernen Menschen, sein Leben dem Vergessen zu entreißen und unterschiedliche Stationen seines Lebensweges zu reflektieren.

Dabei gilt es in der kulturgeragogischen und künstlerischen Begleitung stets, die Würde der Beteiligten zu wahren, diversitätssensibel zu agieren und sich dabei der eigenen Position kritisch bewusst zu sein.

Im Workshop werden Theater-, Film- und Schreibprojekte sowie weiterführende Materialien vorgestellt, Erfahrungen ausgetauscht, szenische Strategien erörtert, erste Ansätze zur Diskussion gestellt und Studien zum biografischen Schreiben und Erzählen angeboten.

Thomas Lang, Hannover, *1949, Theaterpädagoge, Projekte mit Alten und Älteren, auch Veröffentlichungen zum Thema, zuletzt tätig an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel (bis 2012); aktuelles Projekt: www.eski-ustalar.de (Alte Meister)