Ausschreibung Zertifikatskurs "Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung"

"Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung" ist ein bundesweiter Zertifikatskurs für Kunstschaffende, der durch das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in engem Austausch mit Praxispartnerinnen und Partnern entwickelt wurde und im September 2021 an den Start geht.

Insgesamt erhalten 30 bundesweit ausgewählte Akteurinnen und Akteure verschiedener künstlerischer Bereiche die Möglichkeit zur Teilnahme an diesem Pilotkurs.

Dabei zielt die Qualifizierung darauf ab, Kunstschaffende in ihrer eigenen künstlerischen und kulturellen Erfahrung und Professionalität anzusprechen und diese für die Entwicklung und Umsetzung kultureller Bildungsprojekte in ihrer Wirksamkeit zu öffnen: Wie kann sich künstlerische Expertise wirkungsvoll mit Projekten kultureller Bildung und ihren vorhandenen pädagogischen und systemischen Dimensionen verbinden? Ein vertiefendes "Train-the-Trainer"-Modul bietet Teilnehmenden dabei die Möglichkeit, die Inhalte des Kurses im Anschluss selbst als Dozentinnen bzw. Dozenten zu lehren.

Die Künste haben für die Prozesse kultureller Bildung besonderes Potential, weil sie "ästhetische Differenzerfahrungen" jenseits der Alltagswahrnehmung ermöglichen können. Die Erfahrungen von künstlerischen Prinzipien im Sinne eines entdeckungsgeleiteten Lernens können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Neugierde, eigenständiges und unkonventionelles Denken und Handeln anregen, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit verstärken sowie für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge sensibilisieren.

Obwohl Kunstschaffende sehr wertvolle Arbeit im Bereich der Kulturellen Bildung leisten, fehlt es häufig an der Wertschätzung als Gegenüber in Schulen und anderen Einrichtungen. Ein renommiertes Zertifikat kann zur Anerkennung und zu zukünftigen gleichberechtigen Kooperationen zwischen Kunstschaffenden und Akteur:innen im Bildungsbereich beitragen.

Der Pilotkurs, gefördert durch die Stiftung Mercator, findet im Zeitraum September 2021 bis August 2022 in Präsenzphasen von acht Modulen (jeweils zwei Tage) in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel zuzüglich Vertiefungseinheiten statt. Ergänzende Selbststudien- und Praxisphasen werden individuell von den Teilnehmenden gestaltet.